Burnout

Viele Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, empfinden, dass sie nicht zur Ruhe kommen können, zum Beispiel weil sie an ihrem Arbeitsplatz unglücklich sind oder in ihrer Beziehung leiden. Dann schlage ich vor, „verlasse deinen Arbeitsplatz, wenn er dich unglücklich macht und suche dir eine andere Beschäftigung, die dich erfüllt. Wäre eigentlich gut, wenn sie dich entlassen würden, oder?“. Es gibt wenige, die solchen Ratschlägen folgen. Die meisten reagieren schockiert: „Nein, nein, nein. Bitte nicht! Das wäre schrecklich!“ Dann entgegne ich, „warum nicht? Du hasst deine Arbeit und leidest! Aber wenn du auch leiden würdest, wenn du diese Arbeit nicht hättest, dann hat dein Unglücklichsein wohl nichts mit deiner Arbeit zu tun!“ Das gleiche gilt natürlich auch für eine belastende Beziehung und die vielen anderen Dinge, die viele Menschen als die Ursache ihres Unglücks empfinden.

Es kann sehr helfen, zu verstehen, dass unser Unglücklichsein in den seltensten Fällen tatsächlich mit den Umständen zu tun hat, in denen wir leben.

Lass mich versuchen, das zu erklären. Deine Spannung, deine Erschöpfung, deine Schlaflosigkeit haben mit deiner Arbeit, deinem Beruf, mit deinen Geschäften, etc. nichts zu tun. Es ist viel mehr der Mangel an Selbstbewusstsein, der Mangel, dich selbst und deine unbewussten Gedanken und Emotionen wahrzunehmen. Es ist dieser Mangel an Wahrnehmung, der verhindert, dass du dich selbst, deinen Körper, deine Energie und deine Gefühle und Bedürfnisse klar sehen kannst.

Es ist ein Grundproblem unserer Zeit, dass wir nicht gut mit unseren Kräften haushalten können, mit unseren inneren Kräften und dadurch auch mit unseren äußeren Kräften nicht. Weil in uns eine Spannung besteht und wir von Unzufriedenheit ausgefüllt sind, spiegelt sich dies in unerfüllenden Umständen wieder. Durch das Gesetz der Resonanz spiegelt sich das Innere im Außen.

Die Unzufriedenheit bleibt; du leidest, weil du kein Geld hast oder du bist reich und leidest dann wegen der Steuern, die du zahlen musst. Du leidest, weil du keine Beziehung hast oder du leidest in deiner Beziehung. Und, und, und.

Das Problem ist also nicht der Zustand, in dem du dich befindest, sondern wie du mit dir selbst umgehst. Der Kern ist deine Beziehung zu dir selbst und deinen unbewussten Gedanken und Gefühlen, die dich beherrschen.

Hast du je Zeit in dich selbst investiert, um Werkzeuge zu entwickeln, die dir helfen, dich selbst zu erforschen? So, dass du ein Bewusstsein entwickeln kannst, das aus sich selbst entsteht und nicht nur auf alte Muster, Gewohnheiten, Gedanken und gesellschaftliche Konditionierung aufbaut?

Es lohnt sich, solche Werkzeuge für sich zu entwickeln. Je mehr du dich selbst lieben kannst, je wichtiger du deine innersten Bedürfnisse nimmst, deine Schwächen akzeptierst und bereit bist, du selbst zu sein, um so reicher und glücklicher wird dein inneres Leben. Und du wirst sehen, dass sich dies auch ins Außen übertragen wird.

Natürlich weiß ich, dass dies nicht leicht ist. Gerade wenn man das Gefühl hat, ganz unten in einem Loch zu sitzen und ständig nach oben zu klettern aber immer nur noch tiefer hineinzufallen. Dennoch lohnt es sich, es zu versuchen. Denn aus meiner langjährigen therapeutischen Erfahrung weiß ich, dass du es schaffen kannst und das meist der Weg über das Innere, der effektivere ist. Das Außen folgt deinen inneren Prozessen und Impulsen. Trau dich!