Glutathion - Mangel und Wirkung

Was ist Glutathion?

Glutathion ist ein schwefelhaltiges Molekül bestehend aus den drei Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin. Es ist in allen Zellen des Körpers zu finden, wobei sich die höchsten Konzentrationen in der Leber, sowie den roten und weißen Blutkörperchen nachweisen lassen.
Glutathion gilt als eines der wichtigsten Antioxidantien. Es schützt die Zellen und Zellorganellen vor schädlichem Einfluß, hat aber auch noch weitere wichtige Funktionen im Körper.

Wo wird Glutathion gebildet?

Glutathion kann prinzipiell in jeder Körperzelle gebildet werden, der Hauptort der Biosynthese ist jedoch die Leber.
Glutathion besteht aus drei Aminosäuren, die in zwei Schritten unter Energieverbrauch miteinander verbunden werden. Die Synthese zum Tripeptid erfolgt im Zytosol und umgeht den Proteinbiosyntheseapparat.

Was macht Glutathion in unserem Körper?

Glutathion ist eines der wichtigsten körpereigen Antioxidantien und schützt unsere Zellen und Zellbestandteile vor oxidativem Stress. Glutathion ist an der Strukturbildung von Proteinen beteiligt, hat Entgiftungsfunktionen und dient in verschiedenen enzymatischen Prozessen als Coenzym. Es fungiert außerdem als Reservoir für die Aminosäure Cystein.

Was ist oxidativer Stress und wie entsteht er?

Damit in den Zellen des Körpers verwertbare Energie gewonnen werden kann, braucht jede Zelle Sauerstoff für die Zellatmung. 95-98% dieses Sauerstoffes wird von einem Enzymkomplex (der Cytochromoxidase) in den Mitochondrien zu Wasser reduziert. Aus dem restlichen Sauerstoff entstehen durch Teilreduktionen reaktive Sauerstoffspezies. Diese reaktiven Sauerstoffspezies können in Form freier Radikale, als Wasserstoffperoxid oder als Singulettsauerstoff auftreten.
Diese Substanzen sind extrem reaktiv und verursachen schwere Zellschäden, indem sie Proteine, die DNA oder ungesättigte Fettsäuren oxidieren.
Alle Vorgänge, die zur erhöhten Bildung reaktiver Sauerstoffspezies führen, beispielsweise Entzündungs- oder Reparaturprozesse im Gewebe oder Hyperoxie, werden als oxidativer Stress zusammengefasst.

Was sind Antioxidantien?

Wenn die Zellen vermehrt mit oxidativem Stress bzw. pro-oxidativen-Substanzen konfrontiert werden, besitzt der Körper unter normalen Umständen ein anti-oxidatives-Schutzsysteme, das die Zellen vor Beschädigung schützt.
Die Substanzen dieses Schutzsystems werden als Antioxidanzien zusammengefasst. Hierzu zählen neben Glutathion und Glutathion-assoziierte Enzymen, auch Alpha-Liponsäure, Harnsäure oder niedermolekulare Verbindungen wie Vitamin C, Vitamin E, Selen oder Vitamin A.
Antioxidantien dienen als sogenannte Radikalfänger, indem sie die (Ketten-)Reaktionen der pro-aktiven-Substanzen (reaktive Sauerstoffspezies) inaktivieren und Zellschäden vermindern.

Was ist reduziertes Glutathion?

Glutathion wird als reduziert bezeichnet, wenn es in monomerer Form vorliegt und in der Lage ist, reaktive Sauerstoffspezies unschädlich zu machen, indem simultan zwei Elektronen und zwei Protonen von den reaktionsfreudigen Substanzen wie beispielsweise Wasserstoffperoxyd aufgenommen werden. Hierbei verbinden sich zwei Glutathione, unter Abspaltung von Wasser, zu einem Dimer und werden nun als oxidiertes Glutathion bezeichnet.
Reduziertes Glutathion wird als GSH abgekürzt, oxidiertes Glutathion wird als GSSG abgekürzt.

Welche Folgen hat Glutathionmangel für die Zelle?

Glutathionmangel läßt sich von der Funktion des Antioxidanz ableiten:
In einer gesunden Zelle liegen GSH und GSSG in einem Verhältnis von etwa 9:1 (GSH:GSSG) vor. Die „Umwandlung“ von GSSG zu GSH, also von „inaktivem“ zu „aktivem“ Glutathion, geschieht unter Energieverbrauch und unter zur Hilfenahme von Glutathion- assoziierten Enzymen ,der Glutathion- Reduktase.
Wenn Zellen dauerhaften oxidativem Stress ausgesetzt werden, kann ein Ungleichgewicht zwischen GSH und GSSG entstehen, so dass der Zellschutz nicht mehr ausreichend gesichert werden kann.

Wann lohnt es sich, den Glutathionspiegel zu erhöhen/zu messen? Welche Folgen hat Gutathionmangel?

Eine erniedrigte Konzentration von Glutathion scheint mit verschiedenen Erkrankungen assoziiert zu sein und wird beispielsweise bei Viruserkrankungen (HIV/AIDS), einigen Autoimmunerkrankungen beispielsweise bei rheumathoider Arthritis, Arteriosklerose oder neurodegenerativen Erkrankungen (Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer) beobachtet.
Aber auch bei Müdigkeit, Schwermetallbealstungen oder Belastung mit anderen Toxinen oder bei chronischem Stress kann es hilfreich sein, den Körper bei der Entgiftung und dem Zellschutz zu unterstützen.

In welchen Lebensmitteln findet sich Glutathion?

Glutathion ist in großen Mengen in tierischen und pflanzlichen Zellen vorhanden und befindet sich somit in frisch verarbeitetem Fleisch, Fisch oder Geflügel sowie in verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, aber auch beispielsweise in Bier- oder Backhefe. Lebensmittel wie Brokkoli, Blumen- oder Rosenkohl, Zwiebeln oder Knoblauch sollen die körpereigene Synthese von Glutathion beschleunigen.

Wie wird der Glutathionspiegel im Körper gemessen?

Der Glutathionspiegel wird im Blut, intrazellulär, gemessen. Dafür eigenen sich verschiedene Zelltypen und je nachdem welches Ergebnis die Glutathionkontzentration in Monozyten, Lymphozyten, Erythrozyten oder NK-Zellen liefert, lassen sich Rückschlüsse auf die Urasche des Mangels ziehen oder aber auch Aussagen zur Therapie treffen. Wir beraten gern zur passenden Diagnostik!

Wieso Glutathion in der Infusion?

Die intravenöse Gabe von Nährstoffen und Antioxidantien kann vorhandene Mängel gezielter beheben, da sie unter Umgehung des Verdauungstraktes,  sicherer und zügiger vom Körper resorbiert werden. Unsere Infusionen werden individuell zusammengestellt und anhand einer ausführlichen Diagnostik an jede*n Patient*in angepasst.
Neben Vitamin C, einzelnen B-Vitaminen oder Vitamin B-Komplex, verabreichen wir in unseren Infusionen auch eine Reihe wichtiger Aminosäuren, aber auch Antioxidatien wie Alpha-Liponsäure oder Glutathion sind Bestandteile unserer Aufbauinfusionen.

Quellen:
Glutathione: Antioxidant Properties Dedicated to Nanotechnologies; C. Gaucher, A. Boudier, J. Bonette, I. Clarot, P. Leroy, M. Parent; Université de Lorraine; Antoxidants 2018, 7,62;doi:10.3390/antiox7050062

Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen; G.Thews, E. Mutchler, H.-G. Schaible, P. Vaupel; Wiss. Verlag-Ges., 2007, 6. Aufl.


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Vitamin C Infusionstherapie

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Vitamin C ist ein unverzichtbares Vitamin bei vielen Zell- und Gewebeprozessen und als Radikalfänger. An vielen Zell- und Gewebeprozessen ist Vitamin C (Ascorbinsäure) essentiell notwendig beteiligt. Es gehört zu denjenigen Antioxidantien, die besonders effektiv sogenannte „freie Radikale“ abwehren und unschädlich machen können. Zusätzlich entfaltet das Vitamin C seine günstigen Wirkungen in vielfältiger Weise in hormonellen Regelsystemen des Körpers; auch dort ist es unverzichtbar.


Hochdosierte Vitamin C Infusion unterstützen im Rahmen des Heilungsprozesses wichtige biochemische und physiologische Vorgänge:

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Welche Vorteile bringt eine Vitamin C Infusion gegenüber oral zugeführtem Vitamin C:

Durch die intravenöse Aufnahme des Stoffes kann im Akutfall in kürzester Zeit ein ernierdrigter Gewebsspiegel aufgefüllt werden. Der Magen-Darm-Trakt wird umgangen wodurch es weder zur Belastung des Magens noch zu Wirkverlust durch Salzsäure kommen kann. Ebenfalls sind höhere Konzentrationen des Vitamins durch genaue Dosierbarkeit möglich.

Welche Risiken birgt eine Vitamin C Infusion?

Nebenwirkungen sind bei der Gabe von Vitamin-C-Infusionen eher selten. In sehr seltenen Fällen kann es währenddessen zu leichten Herz-Kreislauf-Störungen kommen die sich in Form von Atemnot, Übelkeit und/oder Schwindel bemerkbar machen können. Um Kontraindikationen zu vermeiden prüfen wir vor Beginn einer Infusionstherapie bei uns in der Praxis die Belastbarkeit Ihres Körpers und informieren Sie zum Verlauf invasiver Therapien.

Wie viel mg Vitamin C enthält eine Infusion?

Je nach individuellem Bedarf können wir folgende Mengen Vitamin C verabreichen:
Vitamin C Infusion mit 7,5g oder 15g (Höhere Dosierungen sind nach Absprache mit dem Heilpraktiker sowie einer umfassenden körperlichen Untersuchung möglich)

Interessanter Fakt für Sie!!! In einer Kapsel Vitamin C befinden sich 500mg des Rohstoffes. Eine Infusion mit hochdosiertem Vitamin C (7,5g) entspricht somit 15 Kapseln. Die Bioverfügbarkeit bei intravenöser Zufuhr beträgt 100%. Wird der Wirkstoff auf oralem Wege verabreicht so muss man bedenken das die Bioverfügbarkeit weniger als 100% beträgt. Somit müsste man über 15 Kapseln verzehren um die gleiche Menge aufzunehmen wie bei intravenöser Zufuhr.

In welchen Abständen sollte eine Vitamin C Infusion durchgeführt werden?

Die Abstände der Infusionstherapie werden je nach körperlichem Bedarf in Absprache mit dem Heilpraktiker festgelegt. Wir bitten unsere Patienten höflichst um Protokollierung Ihres Wohlbefindens während der Therapien bei uns in der Praxis.

Wie lange dauert eine Infusionstherapie?

Die Dauer der eigentlichen Therapie hängt ebenfalls vom körperlichen Wohlbefinden des Patienten ab, sodass kein genauer Zeitraum bestimmt werden kann. Unsere Patienten werden in der Regel 3 Wochen nach Therapiebeginn erneut mithilfe von körperlichen Testverfahren (Labordiagnostik und/oder Muskeltest) untersucht.

Kann man Vitamin C auch mit anderen Stoffen kombiniert verabreichen?

In unserer Praxis kombinieren wir Vitamin C oft mit weiteren Infusionszusätzen, wie verschiedenen Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und homöopathischen Mitteln. Auch hier ist es für uns wichtig vor der intravenösen Verabreichung den individuellen Bedarf mithilfe von körperlichen Testverfahren (Labordiagnostik und/oder Muskeltest) zu untersuchen.

Studien / Quellen zu Vitamin C:
Vitamin C – Antioxidans gegen Atemwegsinfekte
Reinhard Saller1, Christine Römer-Lüthi2, Reto Brignoli3, Remy Meier UniversitätsSpital, Institut für Naturheilkunde, CH-Zürich; Berner Fachhochschule Gesundheit, CH-Bern; Tradyser GmbH, CH-Rüschlikon; Medizinische Universitätsklinik, Abteilung für Gastroenterologie, CH-Liestal

Neue Erkenntnisse zeigen, dass hoch dosiertes Vitamin C proo­xidative Wirkungen entfaltet und epigenetische Prozesse beeinflusst. Dies könnte bei der Behandlung von Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Nur ist es mit dem Verzehr von frischem Obst nicht getan: Eine intravenöse Gabe erscheint notwendig.
Quelle

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